taste. Whiskybus

Letzten Freitag ging es für mich mal wieder auf ein Event der ganz besonderen Art. ich durfte bei Jens, René und Ulf im Whiskybus  mitfahren!

Los ging es 18 Uhr am Red Rooster in Dresden (legendäre Kneipe, die ich gern mal in einem anderen Beitrag vorstelle). Bis alle eingetroffen sind gab es schon mal einen Eröffnungs-Dram von Jens eingeschenkt, einen 12 Jahre alten Kilkerran aus der Region Campbeltown.

 

Viele zählen die Campbeltown noch als eigene Whisky-Region. Mit nur noch 3 aktiven Brennereien finde ich sie allerdings etwas unwesentlich inzwischen. Eher würde ich in Speyside, Highlands, Lowlands, Islay und Inseln unterscheiden.

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Kaum waren alle da, läutete es auch schon zum Einstieg in den Bus – natürlich mit schottischer Dudelsackmusik von Ulf von den Dresden Bagpipes. Unser Bus war ein Fleischer S4 aus dem Jahr 1975 – 38 Sitzplätze und 125 PS. Bester Busfahrer – Herr Böhme. Vollkommen problemlos startete der Motor und wir ruckelten mit viel Charm und in authentischsten Oldtimer-Flair durch die Kopfsteinpflastergassen in Richtung Elbe. Beide, den Bus und Herrn Böhme als Fahrer, kann man übrigens zusammen mieten

IMG_7946Unterwegs leerten alle dann ihr Gläschen, denn bis zum ersten Stop war es nicht weit. Von der Königstadt ging es eine knappe Viertelstunde bis zu den Elbschlössern. Mit der ersten wunderschönen Aussicht kam der neue Kingsbarns dream to dram ins Glas. Ein Lowland Whisky aus first fill bourbon und STR-barrique Fässern.

Der Whisky ist mit seinen 3 Jahren zwar noch recht scharf und etwas unausgeglichen unterwegs, aber lässt schon sehr viel erahnen. Nebst fruchtigen und süßen Noten und einer überraschenden Würzigkeit beeindruckt der junge Malt vor allem mit seinem langen Abgang.

IMG_7953Nach einem kurzen Pippi-Nothalt an der Tanke ging es dann weiter für unsere heitere Ausfahrt ;D Grundsolide schaukelte uns der gute Oldtimer-Bus über Laubegast und Zschachwitz, durch Heidenau bis ans Schloss Weesenstein. Das eigentliche Ziel unserer Tour war erreicht.

Und damit ein echtes Highlight. Am Fuße der Burg gab es eine kurze Brotpause, begleitet von einem äußerst aromatischen und intensiv fruchtigen Tullibardine The Murray im Marsala Cask Finish. Musikalisch untermalt haben wir die rötliche Abendfärbung des Himmels genossen, farblich passend zu unserem ungefärbten Single Malt.

Marsala ist ein sizilianischer Likörwein, der hauptsächlich nach England exportiert wird.  und gibt entsprechend üppige süße Aromen vom Fass an den Whisky ab.

IMG_7971Bevor die Sonne ganz untergegangen ist sind wir allerdings nochmal schnell zurück in den Bus gehüpft. Steil hinauf ging es dann nochmal. Von unserem Bus und Herrn Böhme wurden Höchstleistungen gefordert. Mit Bravour meisterten wir die Auffahrt über Falkenhain, vorbei an weiten Gerstenfeldern die im Sonnenuntergang wie Wellen im Wind wogen, hin zum letzten Stop in Schmorrsdorf an den Friedenslinden.

In Schmorrsdorf stehen übrigens nicht nur die Friedenslinden, sondern auch die “tausendjährige Linde” und Sachsens kleinstes Museum. Der Baum ist schätzungsweise 400 bis 800 Jahre alt, hat 11 Meter Umfang und ist 24 Meter hoch. 1873 brach in Schmorrsdorf ein Feuer aus und beschädigte den Baum dabei stark. Linden können allerdings auch von Innen eine neue Rinde bilden, so hat sich der Baum trotz des schweren Brandschadens erhalten.

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Auf dem Hügel bei den Friedenslinden hatten wir einen wunderschönen Blick von Dresdens Fernsehturm bis hin zum Lilienstein. Und mit den letzten wärmenden Sonnenstrahlen genossen wir dann bei einem kleinen Fachplausch unseren Whisky Nummer Vier – einen Arran aus dem Madeira Cask Finish. Die 50%vol. Alkohol waren wärmend genug, denn sobald die Sonne hinter den Hügeln verschwunden war, wurde es auch wirklich frisch auf dem “Berg” (knappe 300 m hoch waren wir – willkommen in den sächsischen Highlands :D)

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Schnell ging’s dann zurück in den Bus und damit auch zurück nach Hause. Auf der ruckeligen Fahrt kam dann nochmal eine echte Herausforderung auf uns zu. zum Abschluss gab es einen Glenlivet Nadurra peated – und wer sich jetzt fragt: Glenlivet und peat? Ja ganz recht. Allerdings wurde für diesen Speyside Malt keineswegs getorftes Malz verwendet. Der Whisky hat lediglich ein Finish im e Islay Cask erhalten. Dennoch war er überraschend rauchig unterwegs. Die eigentliche Herausforderung lag aber im Alkoholgehalt. Nicht jeder konnte die 61,8% vol. mal so locker flockig trinken. Entsprechend war verdünnen angesagt. gar nicht so einfach in einem ständig wackelnden Oldtimer 😀 Aber auch diese Aufgabe wurde gemeistert und jeder konnte seinen Dram nach eigenem Belieben genießen.

IMG_7964Perfekt auf den letzten Tropfen im Glas sind wir dann auch wieder im Red Rooster in Dresden gelandet. Die Busfahrt war vorbei und Herr Böhme hatte noch den schwersten Gang zu erledigen – Tanken fahren! Aber mit dem Trinkgeld was es von der Ausfahrt gab, war das gar nicht so schlimm 😉

An dieser Stelle nochmal ein ganz großes Danke an Jens, Ulf und René, dass ich bei dieser tollen Runde dabei sein durfte. Ein echt tolles Erlebnis für jeden, der Whisky liebt und mal eine Ausfahrt in unser wunderschönes Sachsen plant!

Änderungen, Irrtümer und Schreibfehler vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit. Freiwillig eingefügte Werbung, da Namensnennung.

 

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